Vorwort

Es gibt keinen anderen Zeitraum von fünf Jahren in der dänischen Geschichte, über den so viele Bücher und Artikel verfasst wurden wie die fünfjährige Besatzungszeit von 1940 von 1945. Der Strom der Publikationen begann unmittelbar nach der Befreiung des Landes und setzte sich bis in die heutige Zeit fort, und zwar in einem solchen Umfang, dass man meinen könnte, nun sei auch der letzte Stein umgedreht und nun gebe es einfach keinen Aspekt mehr, der noch nicht beleuchtet wurde. Und doch stellt sich heraus, dass es noch immer unbekannte Kapitel gibt, so wie das der ungarischen Soldaten in Dänemark.

Fast in Vergessenheit geraten und den meisten Menschen unbekannt ist die Tastsache, dass während der letzten Kriegsmonate ungarische Truppen nach Dänemark kamen. Ihre Geschichte wird in diesem Buch von Søren Peder Sørensen erzählt. Ausgehend von den Ereignissen in seinem Geburtsort Lønborg in Westjütland schildert er die Ankunft, die Einquartierung und das weitere Schicksal der Ungarn, auch außerhalb von Lønborg. Mit großem Engagement und durch beharrliche Recherche hat er auch untersucht, wie es ihnen in anderen Landesteilen erging. Er beschreibt den Hintergrund, warum zahlreiche ungarische Einheiten zu einem so späten Kriegszeitpunkt nach Dänemark verlegt wurden, er schildert ihren Aufenthalt und ihr Schicksal nach der Befreiung – sowohl als Kriegsgefangene als auch als Heimkehrer in ein eingeschränktes Dasein in ihrem Heimatland. Es ist die Geschichte von Menschen, die, ohne gefragt zu werden, in den Mahlstrom des Krieges hineingerissen wurden. Dadurch wird deutlich, wie glimpflich die Dänen die Kriegsjahre überstanden haben im Vergleich zu – in diesem Fall – den Ungarn.

Es ist das Verdienst von Søren Peder Sørensen, dass er die Ungarn der Vergessenheit entrissen hat, und es ist erfreulich, dass seine Untersuchung nun auch in Buchform erscheinen kann. Sie ist von allgemeinem Interesse und verdient große Verbreitung.

Aage Trommer

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